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Heute noch erzählt mir meine Mutter, wie ich mit drei Jahren in den Freibergen auf den Boden stampfte und sagte: "Und ich ha emol zwei Ross und nit nume eis!".

Da es aber in unserer Nachbarschaft weit und breit keine Pferde gab, ritt ich mit fünf Jahren auf den Kühen von unserem Dorfbauern. Mit zehn Jahren hatte ich dann endlich die langersehnte Möglichkeit auf Norweger Pferden das Reiten zu lernen.

Als ich sechzehn Jahre alt war, durfte ich den Schecken "Apollo" als Pflegepferd haben. Apollo war kein einfaches Pferd und liess sich nur noch von mir pflegen und reiten. So kam es, dass mir Apollo von seinem Besitzer geschenkt wurde und ich mein erstes eigenes Pferd hatte. Im Laufe der Zeit kam dann noch der Holländer Wallach "Thorso" zu uns, da auch mein Mann reiten wollte. Apollo musste leider im Alter von neunzehn Jahren aufgrund gesundheitlicher Probleme von uns gehen und wir begaben uns auf die Suche nach einem neuen Pferd für mich.

So kam es, dass "Csongor" im Alter von vier Jahren unausgebildet in mein Leben trat.  Da ich mich damals zu unerfahren fühlte ein Pferd selber einzureiten, gab ich Csongor in Ausbildung. Diese Entscheidung war sehr weit reichend: Als Csongor zurück kam war er nicht mehr das selbe Pferd und ich schwor mir, nie mehr ein Pferd aus der Hand zu geben. Deshalb begab ich mich auf die Suche. Auf die Suche nach einem anderen Weg, auf die Suche nach Harmonie mit meinem Pferd. Auf dieser Suche wurde mir klar, dass man nur mit ehrlicher Selbstkritik voran kommt, da die meisten Fehler beim Reiter und nicht beim Pferd liegen.

Ich tangierte viele Lehren von diversen (damals noch unbekannten) Pferdemenschen. Dabei stellte ich mir unendlich viele Fragen nach dem "warum, wie und weshalb?". Einige dieser Fragen konnten mir durch die Reitlehren von Linda Tellington Jones und Claus Penquitt beantwortet werden; doch hatte ich immer noch unzählige Fragezeichen in meinem Kopf. Schliesslich traf ich auf die Lehre von Bent Branderup ®, welche mir viele der verbliebenen Fragen beantworten konnte.

Mein Ziel bei der Ausbildung von Pferden ist es, diese so zu gymnastizieren, dass sie bis ins hohe Alter leistungsfähig bleiben und mit Begeisterung mitarbeiten. Tschandit wurde von Anfang an nach diesen Prinzipien ausgebildet und alle, die ihn sehen sind hellauf begeistert. Aufgrund dessen fragte man mich, welchen Weg ich gegangen bin und ob ich bereit wäre, diesen Weg zu vermitteln. Mit Begeisterung gebe ich heute meinen Schülern meine Erfahrungen weiter und freue mich zu sehen, wie sich Pferde und Reiter zusammen entwickeln. Durch die Arbeit mit meinen Schülern und den vielen verschiedenen Pferden kann auch ich mich täglich weiterentwickeln.

Aber mein bester Lehrer "Granza" kam im 2005 als Wildpferd zu mir.. Er schult mich jeden Tag in allen Belangen die mit Pferden zu tun haben und fordert mich immer wieder dazu heraus neue Lösungswege zu finden. Er ist ein herrliches Pferd mit einem starken Charakter und einem hochsensiblen Wesen. Ich bin ihm unendlich dankbar dafür, dass er meinen Weg gekreuzt hat und ich so viele schöne Stunden mit ihm verbringen darf.